LINA DO CARMO

Capivara

In der Serra da Capivara, einer einsamen, staubtrockenen Buschlandschaft im Nordosten Brasiliens, wurden vor einigen Jahren neben bis zu fünfzigtausend Jahre alten Spuren frühester menschlicher Besiedlung auch Felsenzeichnungen in großer Fülle und Vielfalt entdeckt.
Die mythischen Motive der Malereien, die Magie der kargen Natur mit ihren bizarren Gesteinsformationen und die Erinnerungen an ihre eigene Kindheit in der Nähe von Capivara inspirierten Lina do Carmo zu einer Choreographie, in der die kontemplative Stille der Natur auf die pulsierende Vitalität südamerikanischen Alltagslebens prallt.

Lina do Carmos jüngste Produktion schlägt einen Bogen von den prähistorischen Felsenmalereien der Serra da Capivara zum Brasilien des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts. Sie ist ein Tanz der Symbole, der den Fährten zum Ursprung der Menschheit folgt.

Die Musik zu “Capivara” wurde von dem in Köln lebenden brasilianischen Komponisten Paulo C. Chagas geschrieben und eingespielt.

Die Presse:

“Eine Aufführung, die die Grenzen des Tanzes überschreitet und mit der Poesie flirtet… Beeindruckend, wie Lina, ohne Sprache zu benötigen, unsere Wahrnehmung und unser Verständnis dahin lenkt, ein Universum prähistorischer Phantasmen, Landschaften und Lebewesen zu sehen.”
Meio Norte, Brasilien

“Bemerkenswert und eindrucksvoll aber ist do Carmos immense Ausdruckspalette: Mal wirkt sie uralt wie eine gerade zum Leben erwachte Mumie, mal vital wie ein junges Mädchen, dann wieder ungelenk wie eine Maschine oder kraftstrotzend wie ein Herkules.”
Westfälische Rundschau

“Der Körper dient als schrilles Instrument. Nicht wie er sich bewegt, sondern was ihn bewegt, das scheint wichtig und notwendig. Und wie bei Japans Butoh-Größen eignet sich die nackte, entblößte Haut kaum mehr für peepschauerlichen Voyeurismus – Obzönität ist nun Haltung statt Verwerflichkeit. Ein starker Beginn des Tübingen-Festivals.”
Schwäbisches Tagblatt

“Ein Bild in Bewegung ist dieser durchtrainierte Körper, der eine erstaunliche Stunde lang unermüdlich eine Anspannung mit der nächsten vertauscht.”
Frankenpost