LINA DO CARMO

Flamme des Augenblicks

In der heutigen Zeit ist der Mensch mehr denn je von Bewegungslosigkeit bestimmt. Doch der Körperkult treibt die wildesten Blüten: Fitnesscenter, Solarien und Tanzstudios haben Hochkunjunktur. Mittels Body-Building, Plastischer Chirurgie, Tatooing, Piercing und anderer schmerzhafter Prozeduren soll das verlorene Gefühl für den eigenen Körper zurückgeholt werden.

Ein riesiges Publikum begeistert sich für industriell gefertigte Tanzshows wie »Riverdance«. Sind sie die adäquate Entsprechung zu den Exaltationen des Körperkults? Oder hat Bühnentanz auch heute noch mehr zu bieten als pures Entertainment?

Wertvolle Einsichten liefert »Die Seele und der Tanz«, ein Prosatext Paul Valérys, in dem er seine Gedanken über den Tanz in ein fiktives, streckenweise satirisches Tischgespräch kleidet.

Lina do Carmo hat sich von Valérys Text zu der choreographischen Inszenierung »Flamme des Augenblicks« anregen lassen. Nach über 15 Jahren als Solistin wählte sie für dieses Stück erstmals ein Duo als Form und inszenierte die Positionen des Diskurses als tänzerischen Schlagabtausch.

Die beiden Darstellerinnen arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. 1999 tanzte Rebekka Schaefer bereits in der Choreographie »Aruanãzug« von Lina do Carmo. In »Flamme des Augenblicks« begegnen sich die beiden nun erstmals auf der Bühne.

Ganz moderne Sehnsüchte und Bedürfnisse lassen sich in der spannungsreichen Auseinandersetzung entdecken. Gemäß dem Satz »Die größte Freiheit geht aus der größten Strenge hervor« bietet »Flamme des Augenblicks« den Darstellerinnen die Gelegenheit, im Rahmen eines eng gefassten Themas ihre eigenen Leidenschaften und Kräfte zu entfalten: Sinnlichkeit und Spiritualität sollen sich gegenseitig beseelen.

Flamme des Augenblicks

Tanz-Stück von Lina do Carmo
frei nach »Die Seele und der Tanz« von Paul Valéry in der Textübertragung von Rainer Maria Rilke

mit Rebekka Schaefer & Lina do Carmo
Choreographie, Regie und Produktion Lina do Carmo
Co-Regie Eveline Sebaa

gefördert von:
Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW
Ministerium für Arbeit, Soziales, Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes NRW
Kulturamt der Stadt Köln

mit freundlicher Unterstützung von:
Choreographisches Zentrum NRW, Essen
die börse, Wuppertal